Tarcisi-Schriftzug

 

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«Surselva im Bild»

Der Dichter und Philosoph Ludwig Hohl schrieb in seinen «Notizen»:
«Es war ein Feuer, etwas abseits von der Welt. Aber als es kälter wurde, gruppierten sich alle um das Feuer, da war es mitten auf der Welt.»

Vom Friedhof Ladir aus habe ich in der Nacht vom 31. August zum 1. September 1993 die Surselva, die Landschaft meiner Kindheit und frühen Jugend im Nieselregen beobachtet und die Erinnerungen an meine Wurzeln fliessen lassen. So wurde die Surselva zur Welt und die Welt zur Surselva.

Die Landschaft, vor der ich stand, schien dieselben Proportionen zu haben wie mein eigenes Leben. Die Gegend, in der ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe, hat meine Sehweise geprägt. Die Erinnerungen blieben primär. Ich habe die Surselva als Gedächtnisraum mit den Erfahrungen und Erinnerungen meines ganzen Lebens gefüllt. Der Wechsel verschiedener Stimmungen des Gemüts zeigt sich im Wechsel verschiedener Stimmungen in den Bildern: So entstanden «Erdlebenbilder».

Reflektierte Erinnerungen, Erfahrungen und Erkenntnisse aufbewahrt in der Natur der Surselva. Manchmal gewinnen die Farben das Übergewicht über die Formen und umgekehrt. Aber immer ist die Farbe von entscheidender Bedeutung. Farbe und Licht bilden den Akkord, aus dem die Symphonie des Bildes aufsteigt.

Wer mag, macht ziemlich realistisch die Landschaft dingfest, wo andere eine von der Landschaft gelöste Stimmung oder Meditation erkennen. Im Zentrum steht jedenfalls immer deutlich erkennbar, als Ausgangspunkt, das Dorf meiner Kindheit und Jugend, Sevgein. Das Dorf wird somit in diesem Surselva-Zyklus gleichsam zum «Feuer mitten auf der Welt.»

Tarcisi

 

 

 

 

 

 

 

 

«Surselva im Bild», 1997

Tarcisi, Surselva

Tarcisi, SurselvaTarcisi, Surselva

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«In meinem Atelier in Zürich sind im Zeitraum vom 25. Oktober 1993 bis Februar 1997 diese Bilder entstanden. Entstanden aus den Erinnerungen jener kurzen Nacht, gemalt vorwiegend auf alten Bettlaken aus der Surselva, in den Massen zwischen ca. 1.50 x 2.50 m und 2.00  x 2.90 m. Ausgeführt in Mischtechnik: Acryl / Acryllack / Dispersion / Bitumen / Teer /Kreide / Eitempera / Gouache / Erde / Naturpigment / Autolack / Holzschutzlasur.»

Zürich, im Februar 1997 / TARCISI